|
Vortrag:
Internationales Holzbau Forum 2010 Garmisch-Partenkirschen Holz-Beton-Verbundbrücke der Chiemgauarena RuhpoldingDas Wintersportzentrum "Chiemgau Arena" in Ruhpolding soll insbesondere für die Biathlon Weltmeisterschaften 2012 in neuem Glanz erstrahlen. Im Zuge dieser Neugestaltungsmaßnahme stellt ein Brückenbauvorhaben einen ingenieurtechnischen Höhepunkt dar. Es wurde die erste Holz-Beton-Verbundbrücke mit dem HBV-System in Deutschland errichtet.Das Brückenbauwerk spannt sich mit einer Überbaubreite von 14,60 Meter, und einer Spannweite von 16,20 m, aufgeteilt in zwei Felder mit jeweils ca. 10,60 m und 5,60 m, über den Eingangsbereich des modernen Wintersportzentrums. Damit die Brücke mit einem Pisten-Bully 600W befahren werden kann, ist sie in die Brückenklasse 9/9 eingestuft. Mit einem Achsabstand von 1,50 m sind insgesamt neun gebogene Brettschichtholzträger verlegt, in die drei bzw. vier Reihen HBV-Schubverbinder Typ 120 eingeklebt wurden. Sie übertragen die zwischen dem Holzträger und der Betonplatte wirkenden Scherkräfte nahezu ohne Schlupf. In dynamischen Versuchen an der MPA Wiesbaden wurden für das HBV-System 10 Millionen Schwingspiele nachgewiesen, das heißt, dass das Verbindungselement auch für Straßenbrücken geeignet ist. Als Schalung wurden zwischen den Hauptträgern Furnierschichtholzplatten mit einer Dicke von 33 mm verlegt und mit einer Schweißbahn vor möglichen Wasserschädigungen im Bauzustand geschützt. Die 20 cm dicke Betonplatte dient als Fahrbahn, Trägerplatte zur Verteilung von Querbelastungen und als konstruktiver Holzschutz. Damit können die darunter befindlichen Holzbauteile nach DIN 68800 in eine günstige Gebrauchsklasse (standortbedingt GK 1 oder 2) eingestuft werden. Die Ausführung der Stahlbetonplatte erfolgt nach den Richtlinien des DIN Fachberichts 101 "Einwirkungen auf Brücken" und DIN-Fachberichts 102 "Betonbrücken". Bedingt durch den großen Achsabstand und die hohen Radlasten entstehen insbesondere am Mittelauflager große Kräfte, die das Holz quer zur Faser beanspruchen. Große Stahlplatten für entsprechende Auflagerflächen sind erforderlich, wenn die Querkräfte nicht durch eingeklebte Stahlstäbe in das Innere des Holzquerschnittes geleitet werden. In diesem Beitrag soll die mögliche Vorgehensweise zur Bemessung einer Holz-Beton-Verbundbrücke aufgezeigt werden. Auf die Beträge der zu berücksichtigenden Einwirkungen und den daraus resultierenden Schnittgrößen wird bewusst verzichtet. Bei den Nachweisen ist insbesondere auch auf die länderspezifischen Normen zu achten. |
|
| i-rb • Ingenieurbüro für innovativen Holzbau • Goethestr. 60 • 63808 Haibach • Telefon (0 60 21) 446 42 88 | |
| powered by DOPS | |